Handlung

Eine gute Geschichte muss sich in drei Sätzen erzählen lassen. Diese alte Regel unter Filmleuten gilt nach wie vor und ist für jeden Filmemacher ein guter Maßstab, ob er mit der von ihm erdachten Geschichte tatsächlich im Reinen ist. „Reine Fellsache“ ist so eine Story, die nicht umständlich und verschachtelt erklärt werden muss. Die Handlung ist eindeutig und hält bis zum Abspann, was sie am Anfang verspricht.

Die Rache der Waschbären

Eigentlich nehmen die Sanders den bevorstehenden Abschied aus der Idylle der Rocky Springs ziemlich gelassen. Dan, Tammy und Tyler ist sogar eine gewissen Vorfreude anzumerken. Doch dann kommt alles anders als geplant. Dan wird weich, als sein Boss Neal Lyman ihn dazu bewegen will, weitere vier Jahre in den Rocky Springs von Oregon zu arbeiten. Denn es muss eine neue Wohnsiedlung, ein Golfplatz und ein modernes Einkaufszentrum gebaut werden. Als Dan seiner Familie die Nachricht überbringt, überschlagen sich seine Frau Tammy und Sohn Tyler nicht gerade vor Freude. Aber was getan werden muss, wird auch getan. Neal Lyman hat dummerweise die Rechnung ohne die Waldtiere gemacht. Sollen sie jetzt endgültig ihres Lebensraums beraubt werden? Sollen sie jubeln? Vielleicht weil die Häuser der Farbe des Waldes angepasst und grün angemalt werden. Oder weil mit ökologisch unbedenklichen Materialien gebaut wird. Auch die Sonnenkollektoren sind kein überzeugendes Argument für die Waldtiere, die es nicht zulassen wollen, dass ihr Lebensraum verschwindet. Rache ist angesagt.

Anders als im Film ist im realen Leben ein Felssturz oder Felslawine eine lebensbedrohliche Katastrophe


Ob Stinktier, Waschbär oder Krähe, sie haben einen gemeinsamen Feind und der heißt Dan Sanders. Schon bald versetzen ihm die Tiere die ersten schmerzhaften Stiche. Dan leidet. Er ist ja kein schlechter Mensch und führt im Grunde genommen nichts Böses im Schilde. Eigentlich macht er nur seinen Job. Und den macht er gut. Die Tiere sehen das naturgemäß anders. Es beginnt mit Streichen der harmlosen Art. Zum Beispiel die Sabotage der Gartenbewässerung. Sanders fühlt sich bedroht. Seine Frau schickt ihn kurzerhand zu einem Therapeuten. Ein Lösung von Dans Problemen ist das nicht. Dan geht zum Gegenangriff über. Doch der Waschbär, der die Tiere anführt, ist einfach cleverer als Dan. Außerdem können die Tiere Waffen einsetzen, auf die Dan keinen Zugriff hat. Die Stinktiere setzen Dan mit fiesen Besprühungsattacken zu. Vogelkot mutiert zur gefährlichen Munition. Felslawinen lassen sich nicht stoppen, wenn sie erst einmal in Fahrt gekommen sind. In der Süddeutschen Zeitung kann man nachlesen wie gefährlich solch ein Felssturz sein kann. Das gilt für die Tiere insgesamt, die intelligent und witzig ihr Territorium verteidigen. Besonders Dans Genitalbereich wird oft in Mitleidenschaft gezogen. Wasser oder heißer Kaffee kommen dabei zum Einsatz. Und Dans Tränkung in einer mobilen Toilette ist für die Zuschauer ein großer Spaß. Für den Protagonisten wohl eher weniger. Bis zum unweigerlichen Happyend muss Dan jedenfalls eine Menge erleiden und erdulden. Insgesamt wirkt die Abfolge der tierischen Attacken etwas beliebig und sogar austauschbar. Hier hätte der Regisseur straffend eingreifen können. Während des gesamten Films richtet sich der Fokus auf den Vater der Familie Sanders. Am Ende hat der Zuschauer auf humorvolle Art erfahren, wie bedeutungsvoll der Schutz der Umwelt ist. Was Dan aus seinem neuen Leben als Parkranger macht, erfährt das Publikum vielleicht irgendwann in einer Fortsetzung.