Filmmusik

An Filmmusik werden andere Anforderungen gestellt als zum Beispiel an Musik für ein Konzert. Musik für einen Film ist ja nicht zum Hören gedacht. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Wirkung der Bilder für den Zuschauer zu einem noch intensiveren Erlebnis werden zu lassen. Mit anderen Worten, der Filmkomponist muss seine Musik dem Ablauf der Szenen unterordnen. Der Film wird nicht nach der Musik gedreht. Es läuft umgekehrt ab. Manchmal wird die Musik speziell für einen Film komponiert. Im Fachjargon wird von Scores gesprochen. Oder der Komponist verwendet bereits vorhandene Songs und arrangiert sie passend zum Film. Häufig bietet sich eine Mischung aus beiden Möglichkeiten an. Der Film wird dann getragen von neuen und alten Melodien, die in ihrer Gesamtheit zum unverwechselbaren Soundtrack eines Spielfilms werden.

Vom Orchestrator zum gefragten Filmkomponisten

Die Band Led Zeppelin, bei der Edward Shearmur als Keyboarder tätig war


Für „Reine Fellsache“ wurde mit Edward „Ed“ Shearmur ein erfahrener Filmkomponist engagiert. Shearmur wurde 1966 in London geboren, sang mit sieben Jahren in einem Kirchenchor und besuchte das angesehene Eton College. Nach der Schule studierte am Royal College of Music und erhielt ein Stipendium, um an der Cambridge University (siehe focus.de)studieren zu können. Bald siedelte er nach Los Angeles über, wo er als Musikdirektor seinen Lebensunterhalt bestritt. Schließlich arbeitete er für Jimmy Page und Robert Plant als Keyboarder. Für Stars wie Eric Clapton, Annie Lennox, Marianne Faithfull und die Band Pink Floyd war er als Arrangeur tätig. 1988 entdeckte Ed Shearmur sein Herz für die Filmmusik. Michael Kamen gab ihm einen Job als Orchestrator. Es war seine Aufgabe, die vom Filmkomponisten geschaffene Musik entsprechend zu orchestrieren. Darunter waren so bekannte Streifen wie „Die Abenteuer des Baron von Münchhausen“, „James Bond 007:Lizenz zum Töten“ und „Stirb Langsam“. Erst 1993 schrieb Ed Shearmur eine komplette Filmmusik. Der Spielfilm „Der Zementgarten“ wurde bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Bekannt durch „The Wings of the Dove“

Einem breiten Publikum wurde Ed Shearmur durch den Soundtrack für „The Wings of the Dove“ bekannt. Das war 1997. Seither ist der Brite ein vielbeschäftigter Komponist für Filmmusik. 2001 und 2004 wurde Shearmur mit dem BMI Film Music Award geehrt. 2006 schrieb er die Titelmusik für die Serie „Masters of Horror“ und kassierte dafür einen Emmy. Für seinen musikalischen Beitrag zu „Reine Fellsache“ ist eher keine Auszeichnung zu erwarten. Handwerklich ist bei einem Meister wie Ed Shearmur alles stimmig, nur fehlt die Inspiration. Der Soundtrack zu „Reine Fellsache“ ist nicht als Album erhältlich und steht nur zum Downloaden zur Verfügung. In der Tat erfüllt die Musik in erster Linie ihren Zweck. Das heißt, sie verstärkt immer dort die Bildersprache, wo es dem Regisseur angemessen erschien. Ohrwürmer oder hitverdächtige Songs fehlen. Das gilt auch für „Insane in the Brain“ (auf Deutsch etwa: Wahnsinnig im Hirn), das im Abspann gespielt wird und ursprünglich ein Song der amerikanischen Hip Hop Band Cypress Hill ist. Weitere Lieder, die im Film verwendet werden, sind unter anderem „Gavotte“, „We got it All“ und „Beautiful Morning“.