Reine Fellsache – Der Film

Der Film „Reine Fellsache – jetzt wird’s haarig“ ist eine amerikanische Komödie, die am 14. Oktober 2010 in den deutschen Kinos an den Start ging. Der englische Originaltitel lautet „Furry Vengeance“, was sich mit „Fellige Rache“ übersetzen lässt und dem Inhalt des Films näher kommt. Denn um Rache geht es letztendlich in dem Streifen, der von Roger Kumble in Szene gesetzt wurde. Das Drehbuch hat das Autorenduo Josh Gilbert und Michael Carnes geschrieben. Der Soundtrack stammt von dem Komponisten Ed Shearmur. In den Hauptrollen wirken Brendan Fraser, Brooke Shields, Matt Prokop und natürlich die Waldtiere mit. Sie sind größtenteils echt. Animationen wurden nur benutzt, um Emotionen zu verstärken. „Reine Fellsache“ wurde in Boston und in der Umgebung der Stadt gedreht. Weitere Drehorte waren Saugus und Topsfield in Massachusetts.

Wo Waschbär und Wiesel sich Gute Nacht sagen

Die Geschichte spielt in einem Wald von Oregon, wo die Welt noch in Ordnung ist. Aber eines Tages soll ausgerechnet in der friedlichen Idylle eine neue Wohnsiedlung mit Einkaufszentrum und Golfplatz entstehen. Die Menschen in der näheren Umgebung scheint das nicht besonders aufzuregen. Die eigentlichen Waldbewohner dagegen sehr. Die Tiere wollen es sich nicht bieten lassen, dass ihre Heimat auf diese Weise zerstört wird und organisieren den Widerstand gegen die Pläne. Es geht um Sein oder Nichtsein. Der Kampf gegen die Baumfirma, die vorgibt, ökologischen Grundsätzen (siehe auch PDF des BMZ) verpflichtet zu sein, wird somit zur reinen Fellsache. Die Fellträger sprechen in dem Film nicht. Nur gelegentlich sind Sprechblasen zu sehen, über die kommuniziert wird. Das verhindert, dass die Tiere vermenschlicht werden und zu Kitschfiguren geraten. Für diesen Einfall hat der Regisseur sich ein großes Lob verdient.

Gags und Mitgefühl für die Tiere

Ein Thema welches im Film aufgegriffen wird - Der Kampf gegen die Umweltzerstörung


„Reine Fellsache“ kann bei den Zuschauern mit zahlreichen Gags punkten, die zwar nicht immer zünden, aber dafür auch von den Jüngsten im Publikum verstanden werden. Dahinter steckt gewiss Absicht, denn die Komödie von Roger Kumble soll schließlich die ganze Familie unterhalten. Gute Geschichten für Kinder funktionieren in der Regel nur, wenn sie auf zwei Ebenen erzählt werden. Ein stringenter Erzählstrang hilft dem Verständnis der Kinder, während Erwachsene ihren Spaß haben, wenn sie von einer zweiten Ebene gefordert werden. Roger Kumble belässt es in „Reine Fellsache“ bei der einfachen Erzählweise. Für die Kinder, für die es keine Altersbeschränkung gibt, ist das kein Problem. Sie wissen von der ersten Minute an, auf welcher Seite sie zu stehen haben. Und das ist eindeutig die Position der Tiere in ihrem Kampf gegen die Zerstörung der Natur.

Menschen mit Schwächen und Stärken

Während die Tiere in dem Film zu Helden werden, mit denen besonders die Kinder sich identifizieren können, werden die Menschen mit all ihren Schwächen und Stärken dargestellt. Dan Sanders verkörpert den Durchschnittsamerikaner. Er kommt nicht unsympathisch rüber. Niemand kann ihm wirklich böse sein. Er glaubt an das, was er vertritt. Er kümmert sich um seine Familie. Er erledigt seinen Job nach dem besten Wissen und Gewissen. Er ist ein untadeliger Mensch und in seiner Korrektheit fast schon ein „Mann ohne Eigenschaften“. Dieser Umstand macht ihn andererseits angreifbar. Als Mensch ohne Eigenschaften und ohne Standpunkt ist er dafür prädestiniert, als Werkzeug fremder Interessen benutzt zu werden. Während viele Erwachsene sich in der Figur wieder finden werden und darüber vielleicht erschrecken, fällt es Kindern leicht, Distanz aufzubauen. Gegen die Waschbären und Co. hat Dan Sanders von Anfang an keine Chance. Nicht wirklich. Und das ändert sich auch während der 92 Minuten Spielzeit nicht.